Abbruch & Entsorgung

Altes Pflaster entsorgen: 190 kg pro Quadratmeter — und warum der Container früher voll ist, als du denkst

Materialstudie aus Ton und Glas: ein aufgebrochener Pflasterstein aus mattem Ton auf einer gläsernen Waagschale, daneben ein Absetzcontainer aus geriffeltem Glas voller tonfarbener Bruchstücke

Wer eine Einfahrt neu machen lässt, rechnet in Quadratmetern. Die Entsorgung des alten Belags rechnet aber in Tonnen — und genau an dieser Stelle gehen Erwartung und Rechnung auseinander. Diese Seite rechnet den Posten einmal von unten durch, mit amtlichen Gebühren und abgerufenen Containerpreisen.

Kurzantwort: Im Angebot steht das Aufnehmen samt Abtransport meist mit 15 bis 35 € je m². Der Grund für die breite Spanne ist das Gewicht: Betonpflaster mit 8 cm Höhe wiegt rund 188 kg je m², ein 4 cm starkes Splittbett noch einmal 68 kg. Die reine Annahmegebühr im Ortenaukreis beträgt für verwertbaren Bauschutt 34 € je m³, für unverwertbaren mineralischen Abfall 149 € je Tonne (Abfallwirtschaft Ortenaukreis, Anlieferung 2026, abgerufen am 19.09.2026). Zwischen beiden Sätzen liegt nichts als saubere Trennung.

Erst wiegen, dann rechnen

Jede Kalkulation für den Rückbau beginnt mit einer Zahl, die im Angebot nirgends auftaucht: dem Abfallgewicht. Container werden nach Zuladung begrenzt, Deponien rechnen nach Tonne oder Kubikmeter, und ein Kipper hat eine Nutzlast. Wer diese Zahl kennt, kann jeden Entsorgungspreis gegenprüfen. Sie lässt sich aus Schichtdicke und Rohdichte direkt ausrechnen — hier für die Aufbauten, die bei Hofflächen und Einfahrten tatsächlich vorkommen.

Schichtübliche StärkeRohdichteGewicht je m²
Betonpflaster, Rechteckstein8 cm≈ 2.350 kg/m³188 kg
Betonplatte, Gehwegformat5 cm≈ 2.350 kg/m³118 kg
Pflasterklinker5,2 cm≈ 1.900 kg/m³99 kg
Granit-Kleinpflaster10 cm≈ 2.650 kg/m³265 kg
Splittbett4 cm≈ 1.700 kg/m³68 kg
Schottertragschicht20 cm≈ 1.900 kg/m³380 kg

Die Zeilen sind Rechenwerte aus Normrohdichten, keine Wiegescheine — die tatsächliche Dichte schwankt je nach Steinsorte um einige Prozent. Für die Größenordnung reicht das trotzdem, und die Größenordnung ist hier das Entscheidende. Eine Doppelgarageneinfahrt von 60 m² trägt allein an Steinen 11,3 Tonnen. Das ist das Gewicht eines vollbeladenen Dreiachs-Anhängers, und es liegt seit Jahren unbemerkt vor dem Haus.

Die Zuladung erreichst du vor dem Volumen

Hier steckt der teuerste Irrtum des ganzen Themas. Container werden in Kubikmetern bestellt, aber in Tonnen abgerechnet, und bei Pflasterbruch ist die Zuladung zuerst ausgeschöpft. Gebrochenes Mineralmaterial hat lose geschüttet eine Dichte von etwa 1.500 kg je Kubikmeter. Ein 5-m³-Bauschuttcontainer mit typisch 5 Tonnen zulässiger Zuladung ist damit nach rund 3,3 Kubikmetern am Limit — bei etwa zwei Dritteln Füllhöhe, während der Container optisch noch Platz hat.

Für unsere 60 m² bedeutet das konkret: Die Steine ergeben fest gerechnet 4,8 m³, aufgelockert durch den Bruch rund 7 m³ — dem Volumen nach also anderthalb Container. Dem Gewicht nach sind es drei. Wer zwei bestellt, zahlt am Ende Übergewicht, und das wird pro angefangener Tonne berechnet und ist die teuerste Variante überhaupt. Deshalb steht diese Zahl auch in jedem seriösen Angebot getrennt von der Verlegeleistung; wie man solche Zeilen einzeln prüft, steht unter Pflasterangebot prüfen.

Drei Wege für dieselbe Einfahrt, verglichen

Der Beispielfall bleibt: 60 m² Betonpflaster, 8 cm, auf 4 cm Splittbett, die Schottertragschicht bleibt liegen. Zu entsorgen sind 11,3 Tonnen Stein und 4,1 Tonnen Splitt, zusammen 15,4 Tonnen oder rund 9,8 Kubikmeter lose. Die Preise wurden am 19.09.2026 bei drei unabhängigen Anbietern beziehungsweise Stellen abgerufen.

WegGrundlageGebühr/Preis im BeispielHaken
Container, sortenrein5 m³ Bauschutt ab 295 € (Clearago)3 × 295 € = ab 885 €Stellfläche nötig, Zuladung begrenzt
Container, regionaler Vergleich5 m³ sortenrein ca. 278 €, gemischt ca. 399 € (Entsorgo)ab 834 € sortenrein, ab 1.197 € gemischtVermischung kostet rund 40 % Aufschlag
Selbstanlieferung Deponie34 €/m³ Bauschutt, 26 €/m³ Erdaushub (Ortenaukreis)311 € reine Gebührnur Kleinmengen, Transport fehlt
Falsch getrennt149 €/t unverwertbarer mineralischer Abfall (Ortenaukreis)15,4 t × 149 € = 2.295 €keine Rücknahme der Einstufung vor Ort

Die dritte Zeile sieht nach dem Schnäppchen aus und ist in der Praxis meist keines. Ein handelsüblicher Anhänger mit 750 kg zulässiger Gesamtmasse trägt je nach Leergewicht 450 bis 550 Kilogramm Nutzlast. Für 15,4 Tonnen wären das um die dreißig Fahrten — abgesehen davon, dass die Erdaushubdeponien ausdrücklich nur Kleinmengen aus privaten Haushalten annehmen. Selbstanlieferung lohnt bei einer Terrassenkante, nicht bei einer Einfahrt. Für die Fläche selbst liefert der Kostenrechner vorab die Größenordnung, in die sich dieser Posten einfügt.

Die vierte Zeile ist der eigentliche Grund für diese Seite. Zwischen 885 € und 2.295 € liegt kein anderer Unterschied als die Frage, ob das Material sortenrein in den Container gegangen ist. Ein einziger Eimer Erde, ein paar Wurzeln, eine Lage Mauerwerk mit Gipsputz aus einer alten Stützmauer — und die Ladung wird umgestuft.

Was die Einstufung kippen lässt

Die Grenze zwischen verwertbar und unverwertbar verläuft nicht dort, wo Laien sie vermuten. Der Ortenaukreis zählt Mauerwerk mit Gipsputz, Fensterglas, Glasbausteine, Porenbeton und bewehrten Betonbruch ausdrücklich zum unverwertbaren mineralischen Abfall — Material, das rein optisch wie normaler Bauschutt aussieht. Bewehrter Beton ist dabei der häufigste Stolperstein bei Pflasterflächen, weil ältere Einfahrten oft auf einer armierten Betonplatte liegen.

Getrennt sammeln

Steine in einen Haufen, Splitt und Erde in einen zweiten, Fremdstoffe wie Folie, Wurzeln und Rinnenroste in einen dritten. Die Trennung passiert beim Aufnehmen, nachträglich ist sie kaum mehr zu leisten.

Armierung ansprechen

Liegt unter dem Pflaster eine Betonplatte, gehört die Frage nach Bewehrung in die Anfrage. Sie entscheidet über Aufbruchgerät, Einstufung und Gebührensatz gleichermaßen.

Tragschicht prüfen lassen

Bleibt der Schotter liegen, entfallen rund 380 kg je m². Ob das geht, zeigt erst die freigelegte Fläche — Details dazu stehen unter Unterbau bei Pflasterarbeiten.

Warum die Regeln gerade in Bewegung sind

Dass Trennung so stark auf den Preis durchschlägt, hat einen rechtlichen Hintergrund, der sich derzeit verschiebt. Die Ersatzbaustoffverordnung ist am 1. August 2023 in Kraft getreten und regelt erstmals bundeseinheitlich, wie und wo Bauschutt und Aushub als wiederaufbereitetes Baumaterial eingesetzt werden dürfen. Am 3. Juni 2026 hat das Bundeskabinett das Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen und darin eine Novelle dieser Verordnung angekündigt (Haufe, 5. Juni 2026, abgerufen am 19.09.2026).

Ein verbindliches Abfallende für mineralische Recycling-Baustoffe bleibt dabei weiterhin offen. Praktisch heißt das: Aufbereitetes Material trägt bis zum Einbau rechtlich den Status Abfall, und genau deshalb hängt so viel Geld daran, ob eine Ladung als verwertbar durchgeht. Für dich als Bauherrin oder Bauherr ändert die angekündigte Novelle heute noch nichts an der Rechnung — sie erklärt aber, warum Betriebe bei der Trennung inzwischen deutlich genauer sind als vor ein paar Jahren und warum sie ungetrenntes Material nicht mehr aus Kulanz mitnehmen.

Zwei Einsparungen bleiben unabhängig davon bestehen. Gut erhaltene Altsteine sind kein Abfall, sondern Material: Für Betonrechteckpflaster und vor allem für Naturstein findet sich regelmäßig ein Abnehmer, und was abgeholt wird, muss niemand wiegen. Und je nachdem, ob der alte Aufbau überhaupt herausmuss, verschiebt sich der Posten erheblich — diese Abwägung steht ausführlich unter Pflaster erneuern lassen.

Häufige Fragen zur Entsorgung von altem Pflaster

Was kostet es, altes Pflaster zu entsorgen?

Als Position im Angebot eines Fachbetriebs erscheint Aufnehmen samt Abtransport meist mit 15 bis 35 € je Quadratmeter. Die reine Annahmegebühr macht davon nur einen Teil aus: Im Ortenaukreis kostet verwertbarer Bauschutt auf der Erdaushubdeponie 34 € je Kubikmeter, verwertbarer Erdaushub 26 € je Kubikmeter, unverwertbarer mineralischer Abfall dagegen 149 € je Tonne (Abfallwirtschaft Ortenaukreis, Anlieferung 2026). Der Rest sind Maschinenzeit, Ladearbeit und Fahrten.

Wie schwer ist altes Pflaster pro Quadratmeter?

Betonpflaster mit 8 Zentimetern Höhe wiegt bei einer Rohdichte von rund 2.350 Kilogramm je Kubikmeter etwa 188 Kilogramm je Quadratmeter. Pflasterklinker mit 5,2 Zentimetern kommt auf rund 99 Kilogramm, Granit-Kleinpflaster mit 10 Zentimetern auf rund 265 Kilogramm. Ein Splittbett von 4 Zentimetern bringt weitere 68 Kilogramm je Quadratmeter mit, eine Schottertragschicht von 20 Zentimetern rund 380 Kilogramm.

Wie viele Container brauche ich für eine Einfahrt?

Mehr, als das Volumen vermuten lässt, weil die Zuladung zuerst erreicht ist. Ein 5-Kubikmeter-Bauschuttcontainer ist häufig auf rund 5 Tonnen begrenzt. Bei einer Schüttdichte von etwa 1.500 Kilogramm je Kubikmeter ist diese Grenze schon nach ungefähr 3,3 Kubikmetern erreicht, also bei rund zwei Dritteln Füllhöhe. Für 60 Quadratmeter Betonpflaster mit 11,3 Tonnen Steingewicht sind damit drei Container nötig, nicht die rechnerisch knapp anderthalb.

Muss der Schotter unter dem Pflaster auch raus?

Nicht zwingend. Ist die Tragschicht tragfähig, in der richtigen Stärke ausgeführt und frei von Spurrinnen und Sackungen, kann sie liegen bleiben; dann fallen nur Steine und Bettung als Abfall an. Muss sie mit heraus, verdoppelt bis verdreifacht sich das Abfallgewicht, weil 20 Zentimeter Schotter allein rund 380 Kilogramm je Quadratmeter wiegen. Diese Entscheidung trifft ein Fachbetrieb nach Prüfung vor Ort, nicht der Kostenvoranschlag am Telefon.

Was ändert sich durch die Ersatzbaustoffverordnung?

Die Ersatzbaustoffverordnung gilt seit dem 1. August 2023 und regelt bundeseinheitlich, wie Bauschutt und Aushub als aufbereitetes Baumaterial wieder eingebaut werden dürfen. Das Bundeskabinett hat am 3. Juni 2026 im Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie eine Novelle angekündigt; ein verbindliches Abfallende für mineralische Recycling-Baustoffe fehlt weiterhin. Für private Bauherren zählt daraus vor allem eines: Saubere Trennung entscheidet über den Preis, weil nur sortenreines Material als verwertbar eingestuft wird.

Anfrage starten und Aufnahme samt Entsorgung getrennt ausweisen lassen

Passende nächste Schritte

Gebührensätze und Containerpreise wurden am 19.09.2026 abgerufen und gelten regional. Die Gewichts- und Volumenangaben sind Rechenwerte aus Normrohdichten und einem Auflockerungsfaktor, keine gewogenen Einzelfälle; die zulässige Zuladung eines Containers legt der jeweilige Entsorger fest.

Alle Angaben sind unverbindliche Orientierung. Ein verbindliches Angebot kann nur ein Fachbetrieb nach Prüfung des Projekts erstellen.